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Said Gilani

Titel und DM-Qualis in Papenburg und Bremen

04.06.2018: (OK) - Werders Leichtathleten können auf ein durchaus erfolgreiches Wochenende zurückblicken. Bei den norddeutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Papenburg gab es jeweils eine Gold- und eine Silbermedaille zu feiern, während beim Sprintcup in Bremen gleich vier Qualinormen für Deutsche Meisterschaften geknackt werden konnten.

Die diesjährigen Landesmeisterschaften und Norddeutschen Meisterschaften im Mehrkampf wurden im Waldstadion Papenburg ausgetragen, einer kleinen Wettkampfstätte, die sich aber sehr gut auf das Event vorbereitet hatte. Dementsprechend fanden die Athletinnen und Athleten beste Bedingungen vor um einen guten Wettkampf abzuliefern. Aus Werders Reihen starteten mit Wiebke Oelgardt (U18) und Said Gilani (Mä) zwei Athleten im 7-Kampf bzw. 10 Kampf und freuten sich am Ende der zwei intensiven Tage über ihre Podestplätze.

Tag 1 des 7-Kampfes der U18 ist ein 4-Kampf, bestehend aus den Disziplinen Kugelstoßen, 100m Hürden, Hochsprung sowie 100m Sprint. Wiebke Oelgardt startete mit 11,75m im Kugelstoßen gut in den Tag und setzte diesen mit einer neuen Bestzeit von 15,26 sec auf der Hürdenstrecke fort. Danach musste sie sich durchbeißen, denn im Hochsprung schmerzte das ein oder andere Mal ihr Fuß. Dennoch gelangen ihr 1,64m, womit sie punktemäßig auf einem sehr guten Kurs lag. Nach 12,85 sec im abschließenden Sprint stand fest, dass sie die 3.000 Punkte geknackt hat, mit 3.032 Punkten sicherte sie sich zum einen den norddeutschen 4-Kampf Titel und zum anderen einen neuen Bremer Landesrekord.

Der zweite Tag begann mit dem Weitsprung. Auch hier zeigte Wiebke Oelgardt eine stabile Leistung und landete bei einer Weite von 5,44m. Im Anschluss folgte ihre Paradedisziplin, der Speerwurf. 44,61m brachten ihr sehr viele Mehrkampfpunkte ein und nebenbei zudem die Einzelqualifikation für die deutschen U18 Meisterschaften. Im abschließenden 800m Lauf vollendete sie mit 2:50,84 ihr gutes Wettkampfwochenende. In der Gesamtergebnisliste standen 4.926 Punkte zu Buche, womit sie hinter der sehr starken Marie Dehning (LG Celler Land) auf dem Silberrang in Norddeutschland landete.

Oelgardts Mannschaftskollege Said Gilani ging im 10-Kampf der Männer an den Start. Der eigentlich mittlerweile auf 400m Hürden spezialisierte Athlet hat nach eigener Aussage nach wie vor „ein Herz für den Mehrkampf“, weshalb für ihn gleich bei der Wettkampfplanung für die diesjährige Saison klar war, dass er in Papenburg starten wird.

Der erste Tag begann mit soliden 11,49 sec im 100m Sprint. Was dann folgte, war allerdings schon das erste große Zittern. Im Weitsprung hatte Gilani nach zwei ungültigen Versuchen nur noch einen einzigen Durchgang um überhaupt noch Punkte in dieser Disziplin zu sammeln. Er sprang 6,36m und blieb damit im Kampf um den Titel im Rennen. Im Kugelstoßen, einer der Schwachpunkte in Gilanis 10-Kampf, wurden 10,06m gemessen, eine ordentliche Weite, wenn man bedenkt, dass diese Disziplin so gut wie gar nicht trainiert wurde im Vorfeld. Bevor es auf Gilanis Paradestrecke, die Stadionrunde von 400 Metern, ging musste allerdings noch der Hochsprung absolviert werden. Hier blieb der Werderaner mit 1,64m deutlich unter seinen Möglichkeiten. Dafür lief es in der letzten Disziplin des Tages deutlich besser. Mit 50,26 sec über 400 Meter blieb Gilani ganze 2 Sekunden vor dem Zweitplatzierten, womit er viele „verlorene“ Punkte wieder gutmachen konnte.

Tag 2 begann mit den 110m Hürden, einer anspruchsvollen Disziplin, vor allem wenn man bereits einen Mehrkampftag hinter sich hat. Gilani gelang es als einzigem Athleten unter 16 Sekunden zu laufen (15,89 sec), womit er weitere wichtige Punkte sammelte. Motiviert von diesem Ergebnis gelang im Diskuswurf anschließend eine neue persönliche Bestweite von 32,41m und auch mit dem Stabhochsprung (3,60m) konnte Gilani zufrieden sein. Im Speerwurf machte sich dann langsam die Müdigkeit der bereits acht absolvierten Disziplinen bemerkbar. Zwar landete der Speer bei guten 44,82m, aber „ich hatte mir doch ein paar Meter mehr erhofft“, so Gilani. Nichts desto trotz blieb er positiv, denn der abschließende 1500m Lauf, der für die meisten Mehrkämpfer eine Qual ist, gehört zu Gilanis Stärken. Er teilte sich das Rennen gut ein und gewann den Lauf in 4:45,41. Damit stand fest, dass er der neue norddeutsche Meister im 10-Kampf war, ein toller erfolgt, der mit 6.136 Punkten und der DM Quali für die Mehrkampfmeisterschaften in Wesel gekrönt wurde.

Parallel zu den Mehrkampfmeisterschaften traten die Sprinterinnen und Sprinter auf der Anlage des TuS Komet Arsten beim „Hermann-Dressel-Sprintcup“ an. Auch hier feierten die Werderaner einige Erfolge, denn es wurden insgesamt gleich vier DM-Normen geknackt. Für die erste Einzelquali sorgte Sandra Dinkeldein über 200 Meter. In 24,36 sec landete sie in Obervieland direkt hinter ihrer  Mannschaftskollegin Svea Kittner (24,26 sec) auf Rang Zwei. Kittner hatte sich bereits vor zwei Wochen in Weinheim mit 24,21 sec für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert.

Die zweite Einzelnorm sprintete Fabian Netzlaff. Über 200 Meter gelang ihm in 21,59 sec eine neue persönliche Bestzeit, Rang 1 beim Sprintcup und die Qualifikation für die U23 DM in Heilbronn. Neben diesen Einzelqualifikationen wurden noch zwei weitere Mannschaftserfolge mit den 4x100m Staffeln gefeiert. Das neu zusammengestellte Team der weiblichen U23 hatte noch leichte Probleme mit den Wechseln, was aber Hoffnung macht, dass sich das Quartett noch weiter steigern kann. In Bremen sprinteten Roberta Haasner, Katarina Rocke, Pauline Arndt und Sarah Narloch zu einer Zeit von 48,19 sec und qualifizierten sich damit ebenfalls souverän für die U23 DM.

Das Staffelteam der U18, bestehend aus Merle Kahl, Theresa Stein, Yelena Pelz und Mira Damaschke hatte sich ebenso das Ziel gesetzt die DM-Qualinorm für die U18 Meisterschaften abzuhaken. Im Ziel stand für das Werder-Team eine Zeit von 50,16 sec zu Buche, das reichte für die Normerfüllung, in den kommenden Wochen werden die Sprinterinnen nun noch einmal das Wechseltraining intensivieren, denn da lässt sich definitiv noch einiges an Zeit rausholen.

Yelena Pelz feierte auf der 100m Einzelstrecke einen weiteren Erfolg. Mit 12,79 sec blieb sie erstmals unter der 13-Sekunde Grenze und gewann den Wettbewerb der U18. In vielen anderen Altersklassen, unter anderem der U16, wurden ebenfalls hervorragende Ergebnisse und Platzierungen seitens der Werder-Athletinnen und Athleten erzielt. „Es war also wieder einmal ein überaus erfolgreiches Wochenende“, fasste es Sportwart Andrei Fabrizius zutreffend zusammen.