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EM-Qualifikation erreicht

03.07.2017: () - Presse: Das ist die Höhe (Weser Kurier 03.07.2017 / Olaf Dorow)
Die Werder-Springer Mareike Max und Philip Kass qualifizieren sich in Mannheim für die U 20-EM
Bremen. Sie sind darüber hinweggekommen. Mareike Max, Werders Hochspringerin, überflog 1,81 Meter. Philip Kass, Werders Stabhochspringer, überquerte in Mannheim die Latte in einer Höhe von 5,30 Metern. Weil der Wettkampf nicht nur die 24. Juniorengala des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV) war, sondern es zugleich auch um die Qualifikation für die U 20-Europameisterschaften ging, waren die übersprungenen Höhen besonders wertvoll. Die Platzierungen erst recht. Mareike Max kam hinter Elodie Tshilumba aus Luxemburg, die ebenfalls 1,81 Meter schaffte, auf Rang zwei. Als beste Deutsche. Philip Kass wurde Vierter und war dabei hinter dem Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre (5,40 Meter) zweitbester Deutscher. Beide Bremer reisen nun zur U 20-EM nach Grosseto in Italien. Wettkampf-Termin für den internationalen Höhepunkt der Saison in dieser Altersklasse: 20. bis 23. Juli.
„Es war schon beim Einspringen zu sehen, dass er gut drauf ist“, sagte Trainer und Vater Leszek Kass über den Auftritt seines Sohnes in Mannheim. Dessen Körpersprache habe deutlich signalisiert: Hier kommt einer, der weiß, was er will. Bei eher mäßigen Bedingungen mit leichtem Seitenwind bewältigte Philip Kass die Anfangshöhe von 4,90 Metern gleich im ersten Anlauf. Das habe zusätzliche Sicherheit gegeben. Jeweils mit dem zweiten Versuch überflog der Werder-Springer die weiteren Höhen bis 5,30 Meter und hatte dann, so sein Trainer- Vater, „drei verheißungsvolle Versuche über 5,35 Meter“. Damit hätte sein Sohn seine eigene Bestmarke aus diesem Jahr um vier Zentimeter überboten. Und seinen eigenen Bremer Landesrekord verbessert.
Bis zum Wettkampf in Grosseto will Kass jetzt noch zweimal springen. Am kommenden Wochenende stehen für den 19-jährigen Bremer die Deutschen Meisterschaften in Erfurt an. Danach muss er seine Wettkampf- Stäbe abgeben, sie werden schon Richtung Grosseto auf die Reise geschickt. Mit geborgten Stäben will Kass dann in zwei Wochen bei den Norddeutschen Meisterschaften in Hamburg noch einmal die Form testen. Für die EM gibt es zunächst mal ein Minimalziel. „Schön wäre es, ins Finale zu kommen“, sagt Leszek Kass. Dann wäre sein Sohn schon mal unter den besten zwölf Springern. Als Qualifikationshöhe fürs Finale wird der europäische Verband wohl eine Höhe um 5,10 Meter festlegen. Kass bewegt sich in dieser Saison sozusagen kontinuierlich in der Höhenluft jenseits der fünf Meter, er kann dem Wettbewerb in Grosseto zuversichtlich entgegensehen.
Das kann auch Mareike Max. Bremens derzeit beste Leichtathletin hofft, dass sie auch in dieser Saison unter den besten fünf Springerinnen landet. Im vergangenen Jahr war sie bei der U 20-WM in Polen Fünfte geworden, ihre Bestleistung liegt seit einem Jahr bei 1,85 Metern. Mit ihrem Trainer Roman Fricke arbeitet sie seit Wochen und Monaten darauf hin, möglichst zum Saisonhöhepunkt auch den Höhepunkt der Formkurve zu erreichen. Eine neue Bestleistung, dann wäre in Grosseto unter Umständen sogar eine Medaille drin, schätzt Fricke. Wie Philip Kass will auch Mareike Max zuvor am Wochenende noch bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt antreten. Allerdings steht noch ein Fragezeichen hinter ihrem Start. Sie habe beim Wettkampf in Mannheim „ein bisschen Probleme im Rücken“ verspürt, sagt Max.
Mit dem eher ungewöhnlichen Anlauf in Mannheim hatte sie dagegen keine Probleme. Weil die Hochsprunganlage in Richtung Kurve versetzt wurde, ging es mit leichtem Gefälle quasi bergab auf der Tartanbahn. Hochspringer lieben es eher leicht bergauf, um nicht zu oft zu dicht an die Latte heranzulaufen. Max meisterte die Bedingungen besser als alle anderen DLV-Springerinnen und versuchte sich schließlich noch an 1,83 Metern. „Aber da war die Anspannung schon etwas raus“, sagte sie. Sie war da ja schon für Grosseto qualifiziert.
Verpasst hat das große Ziel Grosseto die dritte Werder-Starterin in Mannheim. Die Stabhochspringerin Stina Seidler entschied nach dem Einspringen gemeinsam mit den Trainern, sich vom Wettkampf abzumelden. Die äußeren Bedingungen waren äußerst bescheiden, sie wollte kein weiteres Verletzungsrisiko eingehen. Am Donnerstag war sie bei einem Trainingssprung vom Stab abgerutscht. Seitdem schmerzt das Knie. Seidlers neues Ziel heißt nun statt Grosseto: Ulm. Dort finden dann die Deutschen Jugend-Meisterschaften statt.